„Das Literarische Quartett“ im ZDF mit Martin Schulz als Gast
Über aktuelle Bücher diskutieren Volker Weidermann, Christine Westermann, Thea Dorn und der heutige Gast, der ehemalige SPD-Vorsitzende und Kanzlerkandidat Martin Schulz: Arthur Koestler: "Sonnenfinsternis" Francesca Melandri: "Alle, außer mir" George Saunders: "Lincoln im Bardo" Heinrich Steinfest: "Die Büglerin" © ZDF/©Svea Pietschmann
Volker Weidermann lädt am Freitag, 22. Juni 2018, 23.30 Uhr, im ZDF gemeinsam mit Christine Westermann und Thea Dorn zum Gespräch über Bücher. Zu Gast beim „Literarischen Quartett“ ist dieses Mal Martin Schulz (MdB), ehemaliger SPD-Vorsitzender und Kanzlerkandidat. Er ist gelernter Buchhändler und passionierter Leser. Im Rang-Foyer des Berliner Ensembles diskutieren die vier über Werke von Arthur Koestler, Francesca Melandri, George Saunders und Heinrich Steinfest. 

Der österreichisch-ungarische Schriftsteller Arthur Koestler war lange Zeit Kommunist. Unter dem Eindruck der stalinistischen Schauprozesse wandte er sich 1937/38 vom Kommunismus ab. „Sonnenfinsternis“ – seine Abrechnung mit dem Stalinismus und jeder Form von Totalitarismus – erschien 1940 in England und wurde ein internationaler Bestseller. Im Zentrum steht das Leben und Sterben des revolutionären Führers Nicolai Rubaschow. Das deutschsprachige Originalmanuskript galt als verschollen, bis es 2015 im Archiv der Universität Zürich wiederentdeckt wurde. Die Neuveröffentlichung gibt erstmals die Möglichkeit, den berühmten Roman so zu lesen, wie der Verfasser ihn schrieb. 

In dem Familienepos „Alle, außer mir“ von Francesca Melandri steht Ilaria, eine engagierte Lehrerin in Rom, im Mittelpunkt der Geschichte. Eines Tages sitzt auf dem Treppenabsatz vor ihrer Wohnung ein junger Afrikaner und behauptet: „Ich heiße Shimeta, und du bist meine Tante“. Ilaria beginnt in der Vergangenheit ihres Vaters zu graben und stößt auf mehr als nur ein Familiengeheimnis. Über drei Generationen hinweg zeichnet die Bestsellerautorin ein Porträt Italiens und schlägt einen Bogen von der verdrängten Kolonialgeschichte bis zum Schicksal der heute Geflüchteten. 

Bisher war George Saunders bekannt als Meister der Kurzgeschichte. Jetzt legt der amerikanische Schriftsteller seinen ersten Roman vor, für den er im vergangenen Jahr mit dem britischen Man Booker Preis ausgezeichnet wurde. „Lincoln im Bardo“ spielt in einer Nacht auf einem Friedhof. Der amerikanische Präsident Abraham Lincoln kehrt zum Grab seines 11-jährigen Sohnes zurück und öffnet den Sarg, um den Sohn noch einmal in die Arme zu nehmen. Das weckt die Geister der Toten. Den Chor ihrer Erzählungen über ihre erlebten Nöte verschränkt Saunders mit zeitgenössischen Dokumenten und verbindet so die persönliche Tragödie mit der nationalen des amerikanischen Bürgerkriegs – durchaus auch als Kritik am heutigen Amerika zu lesen. 

Tonia ist privilegiert. Sie wurde auf der Yacht ihrer Eltern geboren, ist mit allen Wassern gewaschen, fit, stark und schnell. Dennoch versagt sie im entscheidenden Moment und kann den Menschen, den sie am meisten liebt, nicht beschützen. Die Katastrophe wird zur Zäsur. Um sich zu bestrafen, gibt Tonia alles auf: ihr Vermögen, ihre Villa, ihre Freunde. Sie wird Büglerin und ihr Leben ein ganz anderes. „Literatur“ – so der Autor Heinrich Steinfest – „ist für die Entsorgung unserer kollektiven Albträume zuständig“. „Die Büglerin“ beschreibt einen solchen Albtraum. 

„Das Literarische „Quartett“ wird im Rang-Foyer des Berliner Ensembles mit Publikum aufgezeichnet. Die nächste Sendung findet am 10. August 2018 statt. 

Bücherliste: Arthur Koestler: „Sonnenfinsternis“ (Elsinor) Francesca Melandri: „Alle, außer mir“ (Wagenbach) George Saunders: „Lincoln im Bardo“ (Luchterhand) Heinrich Steinfest: „Die Büglerin“ (Piper) 

Das Plakat mit den Buchtiteln als Download: https://dasliterarischequartett.zdf.de

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